[Rezension]: "Prinzessin Fantaghiro. Im Bann der weißen Wälder" von Jennifer Alice Jager

27. Dezember 2017






Originaltitel: Prinzessin Fantaghiro. Im Bann der weissen Wälder
Preis:      -     (Taschenbuch)
           € 3,99 (eBook)
Verlag: impress (Carlsen)
Erscheinungsdatum: 07. Dezember 2017
Seitenanzahl: 313
Reihe: -
Bewertung: **** (4) 








"Fantaghiro wünschte sich, jeder würde einmal hart anpacken müssen, um zu verstehen, was das Volk für sein Land leistete und wie die Schultern sich anfühlten, auf denen ganze Königreiche errichtet worden waren.
(Seite 28 *laut meinem Tolino)


Ein absolut berauschendes Wintermärchen von der Bestsellerautorin Jennifer Alice Jager 

**Eine Prinzessin mit dem Mut eines Kriegers** 

Fantaghiro ist nicht nur die Jüngste von drei Königstöchtern, sondern auch die Wildeste. Tagtäglich setzt sie sich über alle Regeln des Hofs hinweg, reitet, liest Bücher und streift oft stundenlang in den verbotenen Weißen Wäldern umher. Das geht schließlich so weit, dass ihr Vater sie auf dem königlichen Ball des Nachbarlands nicht als seine Tochter vorstellen möchte. Für Fantaghiro kein Problem. Ohne zu zögern schneidet sie sich ihr schönes Haar ab und gibt sich als Stallbursche aus, um ihre Schwestern begleiten zu können. Als sie dann aber unterwegs angegriffen werden, steht sie plötzlich vollkommen alleine und nur mit einem Stock bewaffnet dem gut aussehenden Schwertkämpfer Alessio gegenüber – und der hält sie für einen Jungen… 

»Prinzessin Fantaghiro. Im Bann der Weißen Wälder« ist eine Adaption des italienischen Volksmärchens »Fantaghirò Persona Bella« und ein in sich abgeschlossener Einzelband.


magisch ~ voller Mut ~ voller Kraft

Mir war das Märchen über die Prinzessin Fantaghiró bisher völlig unbekannt und so konnte ich mich auf eine für mich ganz neue Geschichte einlassen. 
Prinzessin Fantaghiro ist die Jüngste von drei Schwestern und bereitet mit ihrer Art ihrem kaltherzigen Vater jeden Tag aufs neue Kopfzerbrechen. Laufend wiedersetzt sie sich seinen Regeln, reitet wie ein Mann oder liest Bücher. Auch als sie von ihrem Vater enterbt und zu einem Stallburschen degradiert wird, lässt sie sich von nichts abhalten. Doch eine Legende, die weißen Wälder und ein Schwertkämpfer namens Alessio, Verbündeter des feindlichen Königs, sollen alles und auch wieder nichts ändern...

Prinzessin Fantaghiro ist eine sehr erfrischend andere Protagonistin. Sie ist mutig, stark und lässt sich von nichts und niemandem davon abhalten, die zu sein die sie ist. Lieber arbeitet sie als Stallbursche, als sich für ihren Vater zu ändern. Auch als Alessio in ihr Leben tritt, ändert sich nichts an ihrem Verhalten. Denn dieser hält Fantaghiro für einen jungen Mann und ein Duell der beiden soll zwischen der Zukunft beider verfeindeter Königreiche entscheiden.
Auch Alessio ist mutig und stark, wie es sich für einen jungen Mann und Schwertkämpfer eben gehört. Ich habe ihn mit seiner ruppigen, aber humorvollen Art sofort in mein Herz geschlossen und die Dialoge zwischen ihm und der Prinzessin sehr genossen. Aber auch Alessio trägt ein Geheimnis mit sich, dem ich schon ziemlich zu Anfang auf die Spur gekommen bin.

Die Geschichte ist in der Er/Sie - Perspektive aus der Sicht von verschiedenen Protagonisten geschrieben. Hiermit hatte ich zunächst kleine Probleme, aber als ich mich erst einmal eingelesen hatte, habe ich diese Perspektive doch sehr bevorzugt. Der Schreibstil von Jennifer Alice Jager ist, wie ich es schon gewohnt bin, sehr flüssig und bunt geschrieben. Sie verwendet viele Stilmittel, die sich durch die gesamte Geschichte ziehen. Hier waren teilweise leider kleine Fehler drin, die mich haben stolpern lassen. Und auch die Handlung selbst hat sich für mich an einigen Stellen etwas gezogen. Ansonsten hat die Autorin meiner Meinung nach sehr gut das Zeitalter darstellen können, in dem die Geschichte spielt und so war es insgesamt eine Mischung aus modernem und altem Märchen. Mit der Handlung und der Rolle der weißen Wälder habe ich so gar nicht gerechnet und so war dies eine kleine, willkommene Überraschung für mich. 

Da ich auf Grund der sehr positiven Meinungen etwas mehr erwartet hatte und mich die kleinen Kritikpunkte doch etwas gestört haben, vergebe ich 4 Eulen. 




Jennifer Alice Jager begann ihre schriftstellerische Laufbahn 2014. Nach ihrem Schulabschluss unterrichtete sie Kunst an Volkshochschulen und gab später Privatunterricht in Japan. Heute ist sie wieder in ihrer Heimat, dem Saarland, und widmet sich dem Schreiben, Zeichnen und ihren Tieren. So findet man nicht selten ihren treuen Husky an ihrer Seite oder einen großen, schwarzen Kater auf ihren Schultern. Ihre Devise ist: mit Worten Bilder malen.













  

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